Montag, 16. Januar 2012
Interview mit AchtVier: "Wenn wir's verkacken sind wir selbst Schuld..."
Das Debüt-Album von AchtVier "Abstand" ist schon fast zwei Monate erhältlich. (Hier exklusiv bestellen im Toprott-Muzik-Shop). Wir trafen AchtVier um mit ihm die Arbeit an dem Album noch mal Revue passieren zu lassen...
rapschock: Zum Album „Abstand“: Was genau soll der Titel bedeuten? Wieso hast du diesen Titel für dein Debüt-Album gewählt?
AchtVier: Es geht um den Abstand von den anderen Rappern, und Abstand von den Sachen, um die es in meinen Texten geht. Abstand um zu sich selbst zu kommen, um wieder klar drüber nachzudenken, was man in seinem Leben erreichen möchte. Ich wollte mein erstes Album nicht „AchtVier“ nennen, da ich es vorgezogen habe einen Titel mit einer inhaltlichen Aussage zu nehmen. Wenn man mein Album gehört hat, weiß man warum es so heißt.
AchtVier: Es geht um den Abstand von den anderen Rappern, und Abstand von den Sachen, um die es in meinen Texten geht. Abstand um zu sich selbst zu kommen, um wieder klar drüber nachzudenken, was man in seinem Leben erreichen möchte. Ich wollte mein erstes Album nicht „AchtVier“ nennen, da ich es vorgezogen habe einen Titel mit einer inhaltlichen Aussage zu nehmen. Wenn man mein Album gehört hat, weiß man warum es so heißt.
Wie würdest du die Veränderung deiner Musik beschreiben, seit „Zwei Assis trumpfen auf“ bzw. „Auf Biegen und Brechen“?
Extrem auf jeden Fall. Bei „Zwei Assis trumpfen auf“ konnte ich noch gar nicht richtig rappen. Bei „ Auf Biegen und Brechen“ fiel mir das auf, und ich hab gelernt, wie Rappen überhaupt funktioniert. Dann hat es auch erst angefangen richtig Spaß zu machen. Ich mache mittlerweile jede Woche zwei bis drei Tracks.
Bist du mit dem Endprodukt deines Albums so zufrieden? Was war beim Album am zeitlich aufwändigsten und wo ging es schnell?Ich bin mit allen 20 Tracks komplett zufrieden und kann zu 100% dahinter stehen. Die Produktion meines Albums begann im Februar. Sie ging sehr schnell. Ich habe mich in der Produktionsphase nur auf das Album konzentriert. Alles andere kam für mich an zweiter, oder dritter Stelle. Ich habe jeden Tag daran gearbeitet. Hab‘ mich auch mal 48 Stunden ohne Schlaf mit JamBeatz hingesetzt und vieles noch mal überarbeitet. Was länger oder kürzer gedauert hat, kann ich nicht so genau sagen, wir arbeiten sowieso schnell und genau.
Wieso hast du nur Jam Beatz als Produzenten für das Album genommen?
Jam macht die perfekten Beats für mich. Jeder Beat ist eigentlich auch mein Beat weil ich bis ins Detail mitbestimmen kann. Wenn mir mal ein Sound nicht gefällt sag ich, dass er den rausnehmen soll. Wir arbeiten zusammen, jeder gibt seine Note dazu. Genauso beim Schreiben von meinen Texten; da ist Jam genauso dabei wie ich bei seinen Beats. So läuft das Geschäft auch - es ist ein Geben und Nehmen. Aber ich hab nicht nur JamBeatz als Produzenten, das Outro hat TWIST ONE produziert. Mit dem mach ich vielleicht auch mal ein ganzes Album. Zehn neue Tracks habe ich sogar schon aufgenommen.
Zu den Features: Mosh36 und Said sind auf dem Album. Wie ist Eure Berlin Connection überhaupt zu Stande gekommen?
Mosh36 habe ich damals kennengelernt, als er in ‘ner Hall unsere Bilder übermalt hat. Daraufhin hab ich ihn gefragt, was das soll. So kamen wir in Gespräch und es sich das eine zum anderen ergeben. Er ist ein sehr cooler Typ. Er ist bei 187 und bringt demnächst auch was raus. Die anderen aus Berlin haben wir über ihn kennen gelernt.
Ein MOK Feature war auch im Gespräch. Wie sieht’s damit aus?
Keine Ahnung was der Gute zurzeit macht, aber ich glaub aus dem Feature wird nix.. Schöne Grüße an MOK!
Sind Deine Erwartungen an das Album aufgegangen?
Mein Label und ich sind sehr zufrieden mit dem Album. Die Einnahmen haben unsere Erwartungen erfüllt.
Welche Zielgruppe wolltest du mit deinem Album ansprechen/ welche willst du in Zukunft ansprechen? Leute mit Straßen-Background oder auch den Mainstream?
Ich will versuchen meine Musik nicht nur an die, von der Straße zu bringen, das habe ich sowieso schon erreicht. Ich arbeite darauf hin, noch andere Leute anzusprechen, vielleicht mach ich demnächst auch mal ein Freetrack um auch genau dieses Thema anzusprechen, mal sehen.
Ich würde sehr gerne charten, nur ich sehe da kein Vorteil darin. Das Geld was ich mit dem Album im regulären Verkauf verdienen würde ist viel weniger, als wenn ich es über einen eigenen Shop release. Wir haben es schon mal versucht und haben gesehen, dass es besser läuft wenn wir es selbst machen. Wenn wir hochkommen haben wir das alleine geschafft, wenn wir's verkacken sind wir selbst Schuld... Übrigens war Abstand das erste Release über Toprott-Muzik.
Wieso arbeitet Ihr denn nicht mit Rap-Medien zusammen? Z.B. Aggro TV, 16 Bars oder Mixery Raw Deluxe?
Meiner Meinung nach sind die Rap-Medien alle ineinander verwickelt und schleimen sich gegenseitig an.
Ich weiß gar nicht, ob es was Gutes ist dort vertreten zu sein… Die Rap-Medien sind nur für Promo-Zwecke geeignet, aber das kann ich genauso gut mit ChrymeTV… Würde mich 16 Bars anfragen, wüsste ich auch gar nicht, ob ich das gut heißen soll. Mich interessiert das nicht. Es soll doch einfach nur Spaß machen und mir reicht meine Promo über CrhymeTV.
Bist du der Meinung, dass Straßen-Rap ausgelutscht ist, oder kann da immer noch was anderes kommen?
Nein, es kommt einfach nur drauf an wer hinter dem Mikrofon steht. Man muss das Gesamtkonzept einfach neu verpacken. Es muss gut Flowen, die Beats müssen passen und die Realness muss vorhanden sein. Bei mir funktioniert‘s doch auch (lacht).
Wie stehst du zu den anderen Elementen von Hip-Hop?
Ich hab früher mal gebreakt und gesprüht. Sprühen mach ich heute immer noch, wurde leider sogar letztens wieder erwischt von der Polizei. Ich steh voll auf diesen Hip-Hop-Kram.
Laas UNLTD. hält das Hip-Hop-Thema im Moment sehr stark hoch. Hat sich eigentlich was in Eurer Position ihm gegenüber verändert?
Ich hab ihn letztens auf‘m Kiez getroffen, und hab dann bisschen rumgepöbelt (lacht). Er soll aufhören, wie Track sagt, „Pseudo-Dortmunder-Graffiti“ an Hamburger Brücken-Mauern zu sprühen. Aber ich hab nichts gegen ihn, wünsch‘ ihm alles Gute.
Wo siehst du denn Hamburger Untergrund-Rap zurzeit allgemein?
Er hat eine ganz komische Entwicklung. In meinem letzten Interview hab ich gesagt, dass ich voll begeistert davon bin, jetzt find ich das alles einfach ätzend. Meine Musik verändert sich auch. Momentan mach ich auch ganz andere Sachen als auf dem Album.
Was ist in Zukunft noch geplant von Euch?
Es wird so einiges noch kommen! Ich mach wieder ein Album, Bonez arbeitet an seinem… Er lässt sich genug Zeit. Das Ding wird unglaublich. Sampler 3 wird auch kommen. Wenn Gzuz aus’m Knast kommt geht’s eh erst richtig los…
Wie geht’s ihm denn?
Gut! Er ist halt im Knast, das‘ halt ‘ne schlechte Situation. Er hat viel trainiert und hat echt überkrasse Arme bekommen, die Leute werden durchdrehen, wenn sie das sehen. Wir freuen uns auf seine Entlassung und dann wird erst mal richtig durchgestartet, weil es ohne ihn halb so viel Spaß macht. FREE GZUZ!
Anderes Thema: Altona und Sternschanze gentrifizieren sich immer mehr (Ikea, Szenekaffees). Wie stehst du dazu?
Ich würde auf jeden Fall keinen Track dagegen machen. Weiß nicht, sehe das nicht so eng. Natürlich geht das vielen auf die Nerven, aber andere Menschen freuen sich sogar. Zum Beispiel die Kiosk Besitzer in Wilhelmsburg. Durch die Gentrifizierung sind ihre Einnahmen viel größer als vorher. Alles was eine schlechte Seite hat, hat auch wiederum eine gute Seite und anders rum genauso.
Allen Menschen geht es doch bis jetzt ganz gut und da gibt es genug andere Probleme, über die man sich den Kopf zerbrechen sollte.
Noch irgendwas was du abschließend loswerden willst?
Kauft mein Album „Abstand“ auf iTunes oder bei uns auf dem Toprott-Muzik-Shop, wenn ihr weiterhin reale Musik haben wollt. An dieser Stelle nochmal, check das "Brüdertape" von Veli und Delor, Free Gzuz und pumpt weiterhin rapschock!
Vielen Dank an AchtVier!
Dienstag, 10. Januar 2012
Curse und Animus über Disarstar
Probs für Disarstar: Zuerst postete der Heidelberger Rapper Animus sein aktuelles Video »Vergiss mein nicht« und dann fügt Deutschrap-Legende Curse aka Michael S. Kurth auch noch seine extrem positive Meinung dazu als Kommentar, seht selbst (Screenshot ist zusammengeschnitten.):
Montag, 9. Januar 2012
Video von der »Keep your Hood Hood« Party
Nach 16 Bars Clips, und einer Party zur »Keep your Hood Hood« Bewegung, hier nun ein kleiner zusammengeschnittener Bericht:
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